Atelier Création
Anhalten – Hörminuten im urbanen Fluss
Bilder: Donata Ettlin
Im Rahmen des Atelier Création lud die künstlerische Leiterin Sylwia Zytynska über 120 Kinder und Jugendliche dazu ein, in die Welt der «Hörminute» einzutauchen. Eine einzelne Minute wurde zum kreativen Impuls, das Hören neu zu entdecken.
Mit den im Unterricht erarbeiteten Hörminuten setzten die Kinder und Jugendliche klangliche Akzente in der Stadtmitte. Wie in einem stillen Flashmob entstanden flüchtige Hörinseln – Momente der Aufmerksamkeit und des Innehaltens. Mehrere Gruppen bewegten sich unabhängig voneinander durch die Stadt. Kein festes Podium, kein angekündigter Beginn, doch fliessende Bewegung und überraschende Begegnung. Für einen Augenblick verschob sich die Wahrnehmung. Der Alltag wurde unterbrochen. Zum Abschluss fanden alle Mitwirkenden auf dem Marktplatz zusammen und liessen unzählige Glocken erklingen. Mit dem Schlag der Basler Kirchenglocken um Zwölf nahm die Stadt den Klang auf und trug ihn weiter.
Mitwirkende:
Primarschule Rittergasse – Sandra Rudin-Förnbacher (Klassen 5/6a, 5/6b und 5/6d) / Gymnasium Kirschgarten – Nathalie Müller-Spoerri (Klasse 3c/d) / Schlagzeugensemble «KlangKids» – Dominik Dolega / Bläserensemble «Überschalldüsen» – Hansjürgen Wäldele
Waiting for Peace – ein interaktiver, immersiver Klangraum
Bilder: Donata Ettlin
Im Jahr 2023 bot Zuhören Schweiz erstmals den Kurs «Musik ist überall» in Kooperation mit der Musik-Akademie Basel und Pro Senectute beider Basel an. Die Teilnehmenden der ersten Stunde bildeten das Ü65-Ensemble Ad Libitum, das seither regelmässig gemeinsam musiziert und im Rahmen des Atelier Création die Performance «Waiting for Peace» zur Aufführung brachte.
Ad Libitum improvisierte live im Raum – tastend, lauschend, im offenen Zustand des Wartens. Die Besucher: innen erlebten, wie Klang entsteht, sich verdichtet und wieder auflöst. «Waiting for Peace» ist kein Ziel, sondern ein Zustand – ein aufmerksames Lauschen auf das, was werden will und vielleicht nur für einen Moment bleibt. Das Ensemble Ad Libitum traf auf den Trompeter Peter Schärli, dessen Komposition den Rahmen für die improvisatorische Klangarbeit der Musiker:innen bildete. Im Anschluss gab es eine Gesprächsrunde mit Apéro.
Mitwirkende:
Sylwia Zytynska & Ensemble Ad Libitum: Annemarie Sauter, Colette Courboulès, Elfinn Van de Poll, Maria Summermatter, Ursina Reimers
Gast: Peter Schärli, Trompete
Bildprojektionen: Elfinn Van de Poll
Moderation: Sarah Herwig, Präsidentin Zuhören Schweiz
Eine Kooperation mit Pro Senectute beider Basel
Am Puls der Stadt – ein urbanes Klangabenteuer
Bilder: Donata Ettlin
Gemeinsam mit dem Ensemble ImproNext und Menschen aus dem St. Johann bewegten sich die Tonmeisterin Małgorzata Albińska-Frank und die Musikerin Sylwia Zytynska an der Schnittstelle von Klangforschung, zeitgenössischer Musik und improvisatorischer Praxis. Sie untersuchten, wie sich Stadt akustisch formt – durch Verkehr und Industrie, durch Stimmen, Räume und Pausen – und wie diese Elemente in musikalische Sprache übersetzt werden können.
Aus der bewussten Wahrnehmung urbaner Geräusche, aus dem Arrangement von Feldaufnahmen und musikalischer Transformation entstand live ein Klangbild, das den spezifischen Charakter des Basler Stadtteils St. Johann reflektierte und verdichtete. Das Publikum war eingeladen, das Quartier nicht visuell, sondern auditiv zu erkunden: als hörende Spaziergänger:innen durch ein vielschichtiges akustisches Gefüge.
Das Konzert entfaltete sich in zwei Darbietungen, die das St. Johann als lebendigen Klangraum erfahrbar machten. Parallel zur Live-Inszenierung «Am Puls der Stadt» in der Loco Motive führt die Schauspielerin Priska Elmiger durch das Stellwerk. Im Keller wurden die Besucher:innen eingeladen, dem Klang der Zeit zu lauschen, im Eingangsbereich wurden die Briefkästen zu Klangkörpern und im Velokeller lud das Schlagzeugensemble die Teilnehmenden ein, selbst akustisch zu intervenieren.
Nach 25 Minuten wechselten die Besucher:innen die Perspektive und erlebten den jeweils anderen Teil – ein urbanes Abenteuer, bei dem die Stadt zum Instrument und der Weg zur Bühne wurde.
Mitwirkende:
Klanggestaltung, Live-Regie, Produktion: Małgorzata Albińska-Frank
Konzept & musikalische Leitung: Sylwia Zytynska
Wegbegleitung: Priska Elmiger
Ensemble ImproNext: Thaina de Sa (Flöte), Emilia Firsching (Kontrabass), Megan Guilfoye (Cello), Charlotte Firsching (Bratsche), Celestine Kräuchi (Vibraphone), Maxim Kräuchi (Schlagzeug), Leitung: Egidius Streiff
Schlagzeugensemble KlangKids: Oscar Granado, Teodor Dolega, Finlay Hargrawes, Leo Schàfert, Karl Rasmus, Manuel Eslava, Luka Raspor, Kylian Furrer, Leitung: Dominik Dolega
Menschen aus dem Quartier St. Johann mit ihren Klängen: Micheline Duperrex (Novartis Campus), Tom Werren & Roland Kuster & Ursula Kuster (Velo St. Johann), Zora Wagner & Leoni Schaffner (Keramik am Eck)
Weitere Klangquellen: St. Johanns-Park, Kannenfeldpark, Hafen St. Johann, Recyclinghof Lottner AG
Eine Kooperation mit dem Werkbund Nordwestschweiz
Création à la minute –Ein inszeniertes Essen zwischen Klang, Geschmack und Begegnung
Bilder: Donata Ettlin
Die Brasserie «Perron» wurde zur Bühne: Atelier Création lud zu einem Abend ein, an dem sich Kochkunst und Musik berührten. Geräusche aus der Küche, Fragmente von Stimmen und leise Interventionen im Raum verwebten sich mit Geschmack und Duft der Speisen – ein Fest der Sinne. Zwischen den fünf Gängen gab es im Minutentakt Interventionen von Mitwirkenden aus allen Programmteilen und Kursen des Atelier Création.
Maîtres de cérémonie und szenische Einrichtung: Basia Wehinger, Andreas Daniel Müller
Konzept und Einstudierung: Sylwia Zytynska
Bühnenbild und Kostüme: Basia Wehinger
Restaurant Perron: Melanie Moser
























































